Industrieprodukte
Versuche aufrecht stehende Halme dem Modellbauer anzubieten gibt es schon lange. Jeder kennt sicher die "Grastapeten Typ Sommerwiese". Diese Papierbahnen sind allenfalls mit farblicher Nachbehandlung zu ertragen, die Verlegung auf geschwungenem Untergrund ist problematisch und die gleichmäßige Wuchshöhe passt höchstens zu einem Fußballplatz. Relativ neu auf dem Markt sind die Matten-Produkte, wie sie Silflor oder Heki als "Wildgras" anbietet. Bei diesen Materialien sind die Fasern auf einem Netzartigen Träger aufgebracht, wobei immer noch das monotone Aussehen der Matten eine aufwendige Verarbeitung in Form eines Flickentepichs notwendig macht. Nachteilig ist auch die große Dicke des Trägermaterials, das an Wuchskanten sichtbar wird. Aber vor allem der Anschaffungswiderstand ist etwas hoch für massenhafte Verarbeitung. Dagegen bekommt man lose Fasern ohne Probleme zu einem kleine Preis.
Alternativen
Allen Industrieprodukten, auch den geliebten Fertiggelände, liegt das gleiche Herstellungsverfahren zugrunde. Die Fasern werden mit Hochspannung elektrisch aufgeladen und von dem statischen Feld regelrecht in eine Kleberfläche geschossen. Für den Heimgebrauch bietet die Industrie verschiedene Spritzflaschen und eine Art Fön an, die mit Reibung, ähnlich wie bei Wollkleidung, die Fasern aufladen sollen. Bei mir hat das mit der Sprühflasche nie richtig geklappt. Daneben gibt es ein semiprofessionelles Gerät, dass mit echter Hochspannung arbeitet. Mir was dafür das Geld zu schade, es ist aber eine Alternative, wenn man nicht selbst löten möchte.
Selbstbau
Achtung: Hochspannung ist lebensgefährlich!
Darum ist das hier keine Bauanleitung, sondern nur eine Beschreibung, wie ich das gebaut habe. Wer die Schaltung nicht versteht: Finger weg! Wer seinen Hamster damit in den Hamsterhimmel befördert: Selbst schuld! Wem die Bude abbrennt: Dumm gelaufen! Wer damit seinen Herzschrittmacher platt macht: Pech gehabt! Kurz gesagt:
Keine Haftung bei Schäden!
Die notwendige statische Hochspannung von mindestens 5kV zu erzeugen ist nicht schwer: Ein Printtrafo 6V erzeugt 600V und die wird mit der Kaskade vervielfacht. Beim Aufbau auf Lochraster ohne Cu-Auflage habe ich festgestellt, dass man runde Kugeln löten muss, da man an Spitzen zu viel Leistung durch Sprühen verliert.
Schaltplan (anklicken für größere Darstellung)